Versicherungen

Krankenversicherung

Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres können Studierende bei ihren Eltern oder Ehepartner kostenfrei mitversichert werden, sofern die Eltern oder der Ehepartner nicht privat versichert sind. Die Mitversicherung der Studierenden ist auch nur dann möglich, wenn sie ein regelmäßiges Einkommen von weniger als € 425,00 monatlich beziehen. Mini-Jobber dürfen bis zu € 450 im Monat verdienen. BAföG und Unterhaltszahlungen der Eltern bzw. des Ehepartners / der Ehepartnerin gelten nicht als Einkommen. Hat ein Studierender vor dem Studium einen Wehr- oder Zivildienst abgeleistet, verschiebt sich die Höchstaltersgrenze um diesen Zeitraum.
Wer also nicht bei den Eltern mitversichert ist, muss sich selbst bei einer Krankenkasse versichern. Die Beitragshöhe der studentischen Krankenversicherung ergibt sich durch
Anwendung des prozentualen KV-Beitrags von 14,6% auf den BAföG-Höchstsatz , wobei für Studierende mit 7/10 des Ergebnisses gerechnet wird. Hinzu kommt der 2015 eingeführte Zusatzbeitrag, für den die 7/10-Regelung  nicht gilt. Die meisten gesetzlichen Krankenkassen erheben 2016 und 2017 Zusatzbeiträge um 1%. Hinzu kommt noch der Beitrag zur Pflegeversicherung der sich mit 2,55 % wieder auf den BAföG-Höstsatz bezieht allerdings ohne 7/10-Rabatt. Für kinderlose Menschen, die das 23. Lebensjahr überschritten haben, kommt noch ein Zuschlag von 0,25% dazu.
Selbstversicherte BAföG-Empfänger erhalten unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss.
Die Krankenversicherungspflicht und damit der günstige Tarif kann nur bis zum 14. Fachsemester bzw. bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres in Anspruch genommen werden. Ausnahmen von dieser Regelung sind nur möglich, wenn die Art der Ausbildung, familiäre oder persönliche Gründe das Überschreiten dieser Grenzen rechtfertigen. Wer nach dem Studium weiterhin krankenversichert sein will, kann sich für einen höheren Tarif freiwillig weiterversichern, kann zu einer Privatversicherung wechseln oder muss seine Krankheitskosten selber tragen. Wenn kein Versicherungsschutz besteht, wird ein Krankheitsfall zum Risikofall.
Studierende können sich für die gesamte Dauer des Studiums von der Versicherungspflicht befreien lassen. Der Antrag muß innerhalb von drei Monaten zu Beginn des Studiums gestellt werden. Voraussetzung dafür ist, dass man in den vergangenen fünf Jahren mindestens 24 Monate versichert war. Nach dem Studium kann man mit dem Beginn einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung der gesetzlichen Krankenversicherung wieder beitreten.
Wer aus Kostengründen auf die Krankenversicherung verzichtet (bzw. verzichten muss), kann sich selbst ruinieren oder über die Sozialhilfe in neue Abhängigkeitsverhältnisse geraten. Aus diesem Grunde ist auch die Möglichkeit abzulehnen, sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen.

Während eines Auslandssemesters sind Studierende, die an einer heimischen Hochschule eingeschrieben bleiben, weiterhin versicherungspflichtig. Innnerhalb der EU und in Ländern, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen wurde, können Leistungen der ausländischen
Krankenversicherung in Anpruch genommen werden. Die Abrechnung erfolgt zwischen den Kassen.

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland sind im GKV-Spitzenverband zusammengeschlossen. Wenn Sie weitere Informationen über eine von ihnen benötigen oder wissen möchten, wo sich das Servicezentrum vor Ort in Darmstadt befindet, können Sie die Suchmaske auf der GKV-Webseite nutzen.